Führen mit Werten ist möglich!

sinnvoll Führen nach Werten

Ist die Art, wie gegenwärtig Mitarbeiter geführt werden, wirklich die richtige? Und wenn ja, warum sind dann die Zahlen von Arbeitsausfällen durch Stress, Überlastung, Burnout und psychische Zusammenbrüche so hoch?

Stress und Burnout sind zu einem Alltagsphänomen geworden. Statt an ihren Aufgaben zu wachsen, verlieren immer mehr Arbeitnehmer ihre berufliche Motivation und die Freude an ihrer Tätigkeit. Tag für Tag gehen sie mit Widerwillen zur Arbeit.

Es wird Zeit, etwas zu ändern! Die folgende Erfahrung zeigt, was möglich ist.

Unzufriedenheit im Team – warum?

Die Firma NoName (Name geändert), ein wichtiger Player in der Industrie, hatte ein Team von hochqualifizierten Mitarbeitern zusammengestellt. Nachdem die erste Phase, die Einarbeitung des Teams in das Projekt, beendet war, zog der Vorgesetzte, Thomas Weber (Name geändert), eine erste Bilanz und musste erkennen: Seine Leute waren weit davon entfernt, die geforderte Leistung zu erreichen. Woran konnte das liegen?

Weber erwartete, dass das Projekt einem strukturierten Ablaufplan folgte und dass die Mitarbeiter sich dabei mit ihm und untereinander gut abstimmten. Das aber funktionierte eindeutig nicht. Doch mit der passenden Schulung, so dachte Weber, würde man der Teamleistung schon auf die Sprünge helfen können. Er schickte seine Mitarbeiter also auf Projektplanungsseminare, zu Kommunikationskursen und Team-Trainings-Tagen. Die Firma ließ sich die Fortbildung einiges kosten.

Und dennoch wurden die Mitarbeiter immer unzufriedener. Jetzt brachte Weber seine Autorität als Chef ins Spiel. Er machte mehr Vorgaben, verlangte Überstunden und baute Druck auf. Unter Druck würden die Leute ja wohl funktionieren!

Doch Webers Erwartungen erfüllten sich nicht, vielmehr war das Gegenteil der Fall. Kurz bevor einige Mitarbeiter entlassen werden sollten, wurde ich hinzugezogen. Als ich das Team analysierte, traten spannende Ergebnisse zutage: Die Mitarbeiter fühlten sich nicht verstanden, vermissten die Anerkennung oder hatten sogar Angst, ihren Job zu verlieren. Außerdem zeigte sich bei der Gesamtanalyse des Teams ganz klar, dass alle viel Wert auf Vertrauen und Selbstständigkeit legten.

Und da haben wir unser Schlüsselwort: Wert. Diese Mitarbeiter haben also Werte! Und die lauten zum Beispiel: Vertrauen und Selbstständigkeit. Oder: Ich möchte verstanden werden. Oder: Ich möchte gerne, dass meine Arbeit Anerkennung findet.

Werte als Wegweiser

Zu diesen Werten lassen sich noch weitere hinzufügen, etwa Zugehörigkeit, Gesundheit, Freiheit oder Liebe. Werte fungieren wie Wegweiser für Menschen, ganz gleich, ob bewusst oder unbewusst. Nach den in der Kindheit und durch Erfahrung erworbenen Werten richten Menschen ihr Leben aus, sie streben nach der Erfüllung ihrer Werte und werden von einer Sehnsucht nach dieser Erfüllung getrieben. Gleichzeitig versuchen sie, alles zu vermeiden, was zu einer Werteverletzung führen könnte.

Jeder Mensch hat seine persönlichen Werte, von denen er möchte, dass sie erfüllt werden. Sich nach den eigenen Werten auszurichten, bedeutet, im Einklang mit sich selbst zu leben und achtsam zu sein, was unser Inneres braucht, damit wir ausgeglichen, zufrieden und glücklich sind. Werte sind ein ganz wichtiger Bestandteil der Lebensbalance!

Was aber bedeutet es, wenn wir unsere Werte nicht leben? Menschen, deren Werte „verletzt“ wurden, leiden oft unbewusst darunter. Sie stehen in ihrem Leben immer wieder vor denselben Hindernissen und fragen sich: „Wieso schon wieder ich?“ Sie haben das Gefühl, einfach nicht weiterzukommen. Oder sie spüren, dass da etwas Wesentliches in ihrem Leben fehlt. Manche wiederum leben nicht ihre eigenen Werte, sondern die anderer Menschen oder die Werte, die von der Gesellschaft vorgegeben werden.

Fehlende oder falsche Werte können uns in unserem Vorankommen behindern und uns das Leben schwer und/oder sinnlos erscheinen lassen.

Wir erkennen also, Werte prägen unser Denken und Handeln. Werden unsere Werte verletzt, spüren wir das sehr stark am eigenen Leib, und wir reagieren mit einem entsprechenden Verhalten.

Wenn wir dieses Wissen nun ins Geschäftsleben übertragen, wird klar, was der Mitarbeiter braucht, um gerne seine Zeit, sein Wissen, seine Kreativität und Arbeitskraft zu investieren.

In den Unternehmen jedoch regieren überwiegend Interessen. Das Projekt X soll bis Monatsende abgeschlossen sein, ein enormer Zeitdruck entsteht. Die Ergebniszahlen sollen beständig nach oben steigen, und überhaupt soll deutlich und in Zahlen messbar immer alles mehr und besser werden. Wenn aber Interessen mit ihrem kurzfristigen Charakter das Denken und Handeln bestimmen, bleiben allzu häufig die Werte der Beteiligten auf der Strecke. Und leider lässt sich die Erfüllung oder Nichterfüllung von Werten nicht einfach in den Zahlenkolonnen einer Excel-Tabelle nachweisen.

Ja, aber wenn wir in unserem anstrengenden Arbeitsalltag schon all diese Vorgaben haben, ist es nicht Luxus, sich auch noch um Werte zu bemühen? Mal ganz ehrlich, wir wissen doch alle, dass das Leben nicht der berühmte Ponyhof ist.

Und wenn doch? Wenn es doch möglich wäre, die Werte jedes einzelnen Mitarbeiters zu achten und zu berücksichtigen? Und, hier stelle ich eine ganz kühne Behauptung auf, damit sogar zu sehr guten Teamergebnissen zu gelangen?

Mit Werten zu Zufriedenheit und Leistungsbereitschaft

Zurück zur Firma NoName und dem Team um Thomas Weber. Nachdem wir mit jedem Mitarbeiter seine Analyse besprochen hatten, kam Bewegung ins Spiel. Weber wurde in einer neuen Führungskultur geschult, das heißt, er lernte, werte- und sinnorientiert zu handeln und zu kommunizieren.

Spannend war, was sich anschließend in der Abteilung veränderte. Schon nach kurzer Zeit steigerte sich die Leistung. Die Mitarbeiter fühlten sich mehr wertgeschätzt, und der Vorgesetzte hatte weniger Zeitaufwand beim Führen seiner Leute. Die Mitglieder des ganzen Teams lernten einander besser kennen, und der Zusammenhalt verbesserte sich.

Heute ist Webers Team eines der leistungsfähigsten der Firma und wird gerne als Vorbild herangezogen. Die Teammitglieder selbst sagen heute, dass sie die Arbeit ganz anders empfänden. Sie hätten mehr Spaß dabei, und jeder werde da eingesetzt, wo er seine besten Leistungen zeigen könne. Der Vorgesetzte mische sich nicht in die Arbeit ein, und solange sie alle einen guten Job machten, sei alles in Ordnung. Die Werte Vertrauen und Selbstständigkeit wurden nun also erfüllt!

Thomas Weber gab als Feedback, dass er selbst viel gelernt habe. Er vertraut heute seinen Leuten und muss nicht immer kontrollieren. Dadurch hat er mehr zeitliche Ressourcen für seine anderen Aufgaben. Es sei ihm bewusst geworden, was für großartige und kompetente Mitarbeiter er habe und dass er diese mehr gebremst habe mit seiner Art, alles zu kontrollieren und vorzuschreiben.

Alles in allem ein toller Erfolg, der zeigte, dass Motivation und Leistungsbereitschaft von Menschen nicht auf der Ebene ihrer Fähigkeiten, sondern auf der ihrer Werte ihren Ursprung haben.

Sind Sie bereit, mit Ihrer Firma und Ihren Mitarbeitern neue Wege zu gehen?

Unser Ansatz der werteorientierten Führung verbessert nicht nur Leistungskraft und Wertschöpfung des Unternehmens, sondern setzt auch tiefe Zufriedenheit und neue Lebensfreude bei den Mitarbeitern frei.

Müller Coaching hat diverse Angebote für Unternehmen entwickelt, die mit einer zeitlich flexiblen, personenzentrierten Beratungs- oder Ausbildungsweise das persönliche Wachstum Ihrer Mitarbeiter als Erfolgskapital freisetzen wollen.